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Eins links, eins rechts

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Die Strickdesignerin Veronika Persché im Porträt



Im Zuge des DIY-Trends der letzten Jahre hat sich Stricken zur hippen Beschäftigung entwickelt. Stricken ist der letzte Schrei. Doch wie entwickelt man aus der Handarbeit ein Tätigkeitsfeld, dass den Spagat zwischen Handwerk und Design mühelos schafft? AUSTRIANFASHION.NET besuchte die Strickdesignerin Veronika Persché in ihrem Atelier.



In Anbetracht des winterlichen Wetters, dass jede Stadt in einen grauen Schleier zu hüllen vermag, kommt Veronika Perschés Atelier einer Oase gleich: Garnrollen in den leuchtendsten Farben werden in offenen, wandhohen Regalen aufbewahrt. Im Zimmer stehen mehrere Strickmaschinen, die unweigerlich an übergroße Insekten denken lassen und das ein oder andere Plakat an der Wand zeugt von Aktionen vergangener Zeiten. Etwa von der Boutique Gegenalltag, initiiert von Cloed Baumgartner und Jasmin Ladenhaufen (beide gründeten gemeinsam den Modepalast). “Dort haben wir damals Shows gemacht, wie die “Knie-Revue”. Dafür haben wir Gesichter auf unsere Knie gemalt und uns eigenen Kostüme in Miniaturgrößen angefertigt, über die Knie gezogen und vorgeführt”, blickt Persché zurück. Seitdem hat sich eine Menge getan; bereits ein Blick auf ihr Portfolio lässt Ahnungslose in Anbetracht der Vielfältigkeit staunen. Denn Veronika Persché ist Strick-Designerin. Und wie weit sich die Leidenschaft für Textilien, insbesondere für Strick, zu einer Tätigkeit zwischen Mode und Handwerk ausbauen lässt - vor allem aber, in welche Richtungen das gehen kann, erzählt Persché so nonchalant, wie das nur eine kann, die einen derartig unkonventionellen Lebensentwurf auch tatsächlich lebt.


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Stoffe in 3D-Optik


Dabei war anfangs nicht klar, was das mit dem Stricken für ein Beruf werden sollte: Persché absolvierte eine Textil-Design-Ausbildung und hat außerdem die Gesellenprüfung für Gold-und Perlenstickerei an der berufsbildenden Schule der Herbststraße gemacht.
“Damals nach dem alten Lehrplan wurde noch durchgehend gestickt und wir haben einen intensiven Einblick in alle Techniken erhalten”, erzählt sie. Nachdem sie die Kunstgewerbeschule verlassen hatte, dachte sie über den klassischen Werdegang zur Designerin nach: “Ich dachte, die einzige Möglichkeit ist, dass ich ein Label gründe und dann Strickmode mache. Gleichzeitig war mir aber von Anfang an klar, dass mir Schnitte oder Silhouetten nicht wirklich liegen. Ich dachte, ich suche mir eine Partnerin - aber die ist im Laufe der Zeit leider nicht aufgetaucht”, schmunzelt sie.


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li.: Persché für Txell Miras, Barcelona re.: für Sonja Bischur

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Persché für Nedra Chachoua Foto © Shoji Fuji


Dafür ergaben sich Kooperationen, die sich über die unterschiedlichsten Disziplinen erstrecken und Veronika Persché hat sich mit ihrem Können im künstlerischen Bereich, in der Mode und als Vortragende einen Namen gemacht. Ihr Tätigkeitsfeld erweitert sich dabei sukzessive und ist enorm vielfältig - Mode, Stoffe, Lichtobjekte oder Workshops um nur einige Schlagwörter zu nennen. Und der Fokus liegt immer auf Strickstoffen.
“Ich find die Strickmaschinen faszinierend” schwärmt sie und wirft einen Blick auf die grazilen Geräte im Atelier, “auch wieviel schneller man damit produzieren kann. Dafür war die Stickausbildung schon super, denn ich weiß die handgearbeiteten Sachen besser zu schätzen und zu unterscheiden und kenne alle Vor-und Nachteile der unterschiedlichsten Techniken.”





Perschés Experimentierfreude weiß auch der Nachwuchs zu schätzen. So wird sie immer wieder von Jungdesignern aus der Modeklasse der Universität für Angewandte Kunst, wie George Bezhanisvilli, angefragt. Gemeinsam mit Luciano Raimondi erarbeitete sie die Details für dessen Diplomkollektion. “Er hat mir erzählt, was ihm vorschwebt und ich habe ihm geholfen zu überlegen, wie man den gewünschten Goldeffekt auf Strick umsetzt. Das finde ich sehr spannend - herauszufinden, wie man experimentell ganz bestimmte und ungewöhnliche Effekte erzielen kann.”


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Persché für Luciano Raimondi, Foto © Rudi F. Salomon


An Institutionen wie der Akademie der bildenden Künste, der Kunstuniversität Linz oder dem Verein Textile Kultur Haslach kommt ihr Wissen, die Erfahrung und der kreative Input in Vorträgen und Workshops zur Geltung: “In der Arbeit mit den Studierenden geht es hauptsächlich um die Technik, darum, dass ich zeige, wie ein Strickstoff entsteht und wie man ihn mustern kann. Ich erkläre ihnen, was alles möglich ist. Denn auch an kleineren Maschinen an der Uni kann man vieles selber umsetzen.”
Die Vermittlung liege ihr am Herzen, besonders in Zeiten, in denen das Handwerk, vor allem in Europa, zu den aussterbenden Gattungen gehöre. “Das Problem ist, dass mit den Betrieben auch die Ausbildung ausstirbt. Das ganze Know How geht damit verloren, weil es nicht mehr weitergegeben wird. In meiner ehemaligen Ausbildungsstätte in der Spengergasse wurde der Textilzweig weggekürzt. Das Fach heißt jetzt “Interior Design”, erklärt Persché, und weiters:
"Man fragt sich eben, wozu noch “Textiler” ausgebildet werden sollen, wenn es für die AbsolventInnen keine Jobs mehr gibt. Aber ich bin davon überzeugt, dass die Produktion irgendwann zurück nach Europa kommen wird und deswegen ist es wichtig, dass es Inititiven wie die Textile Kultur Haslach gibt, wo der Fokus nicht auf der Produktion allein liegt, sondern auf Kultur, Weiterbildung und Kunstprojekten.”


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Strickportraits: li.: Rosie the Riveter re.: Ute Bock


In der Kunst sehe sie sich nicht, fährt sie fort, und erklärt: “Ich bin eher Handwerkerin, Technikerin, Designerin.” Das wissen wiederum Künstler wie Erwin Wurm zu schätzen, denn für seine Arbeit ´Der Künstler, der die Welt verschluckt, als sie noch eine Scheibe war` hat sie im Jahr 2006 “pulloverartige Überzüge für eine Skulptur produziert und entworfen, aber auch die “Mind Bubbles” waren eine ziemlich große Geschichte”. Auch für das Theater arbeitet sie: “Das macht großen Spaß, da muss ich zur Anprobe hinfahren und mit dem Kostümbildner und der Schneiderin verhandeln. Das Schöne ist, dass die Kostümdesigner zwar sehr konkrete Vorstellungen haben, es dafür aber oft sehr wilde Entwürfe sind, die ich umsetzen kann.”

Über mangelnde Perspektivlosigkeit kann sich Veronika Persché nicht beklagen.
So präsentierte sie ihre Designs und Designdienstleitungen jüngst auf der Ethical Fashion Source Expo in London. Dafür fertigte sie ihre Arbeiten aus ökologischen Materialien. "Auf der Messe war ich schon die einzige, die so ungewöhnliche Strickstoffe in Meterware angeboten hat", meint sie nachdenklich und kommt zu dem Schluss: "Eigentlich bin ich, wenn`s ums Stricken geht ,Expertin für alles`."



16. - 20. Juli
Sommerkurs, Textile Kultur Haslach:
Erste Schritte im Umgang mit einer Strickmaschine


Text: Carmen Rüter




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  Comments (1)
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Written by Amen, on 11-02-12 02:22
lasset uns hoffen, dass immer mehr menschen diesen enthusiasmus, der veronika u vielen anderen der hiesigen branche zugrunde liegt, WIEDER schätzen zu wissen LERNEN!

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