Call for interest

Friendly New Products - Designprozesse Neu Denken

AUSTRIANFASHION.NET startet die Entwicklung einer neuartigen Produktlinie, die in kollaborativen Designprozessen entstehen wird. Die zentralen Akteure werden in einem Call for Interest sowie aus dem bestehenden Netzwerk ermittelt. Im Mittelpunkt stehen visionäres Design sowie innovative und traditionelle Fertigungstechniken.

Überkonsum und Wegwerfprodukte sind nicht mit einem umweltfreundlichen Lebensstil vereinbar. Es braucht neue Herangehensweisen für nachhaltige Produktionsweisen und Produkte - und kreative Denker*innen, um diese zu entwickeln. Denn „Fast Fashion ist Gift für unseren Planeten“ und muss durch Produkte ersetzt werden, „die weniger Abfall verursachen und länger halten“. Das betonte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in ihrer Eröffnungsrede der Konferenz New European Bauhaus - Werkstatt der Zukunft.

Es ist dieser Transformationsprozess, in dem sich AUSTRIANFASHION.NET mit der neu zu schaffenden Produktlinie verortet. Die Produkte werden in umweltfreundlichen Arbeitsprozessen und unter Einhaltung der UN Sustainable Development Goals (SDG) entstehen. Diese enthalten insgesamt 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung mit denen unter anderem Geschlechtergleichheit, nachhaltige Produktion und Partnerschaften zur Erreichung der Ziele angestrebt werden.

Die genannten Aspekte werden in den Produktionsprozess einfließen, aber auch in der Formensprache berücksichtigt - in Form von genderneutralen Produkten, inklusivem Design und zirkulären Systemen.

Innovative Perspektiven durch Interdisziplinarität

Die zentralen Akteure sind kreative Denker*innen, die aus dem bestehenden Netzwerk und einem offenen Call for Interest von AUSTRIANFASHION.NET ermittelt werden. Der Call läuft österreichweit über mehrere Monate. Aufgerufen sind Künstler*innen, Designer*innen, Handwerker*innen sowie Produktionsstätten aus den Bereichen Mode, Textil, Produktdesign, Schmuck und Skulptur. Die Bewerber*innen sollen eine Vision für eine neue Ästhetik für nachhaltige Designprodukte haben sowie Interesse am Erfahrungsaustausch und gemeinsamen Problemlösungen.

„Als gemeinnütziger Verein ist uns der kollaborative Gedanke bei all unseren Projekten enorm wichtig. In diesem Sinne ist die Richtung der neuen Linie noch offen und wird von der individuellen Dynamik der Entwurfsprozesse sowie den neu zu findenden Methoden in der Zusammenarbeit abhängen“, erklärt Claudia Rosa Lukas, Leiterin von AUSTRIANFASHION.NET.

Im Modell des kollaborativen Designprozesses arbeiten kreative Denker*innen aus verschiedenen Disziplinen zusammen, um sich mit verschiedenen Kulturtechniken auseinanderzusetzen und konventionelle Fertigungspraktiken neu zu denken. Alle Aspekte des Designs werden in dialogbasierten Co-Creation Workshops bestimmt. Auch die Modalitäten der Umsetzung werden im Team entschieden. Von der Materialbeschaffung über Verarbeitungstechniken bis hin zur Wahl von nationalen und internationalen Kooperationen.

Wobei sich die schöpferische Fantasie weitgehend frei entfalten kann: Die Produktlinie ist an der Schnittstelle von Mode, Kunst und Design positioniert, d.h. Traditionelles, Experimentelles und Kommerzielles hat gleichermaßen Berechtigung.

„Fakt ist dass die Entwicklung von neuen Produkten und Services zunehmend in cross-funktionalen Teams erfolgt und so die besten Ideen entstehen können. Wir stehen also vor einer spannenden Reise, deren Destination und Mitreisende noch unbekannt sind und die zeitlich nicht limitiert ist“, erläutert Lukas.


Design & Information

In diesem Projekt agiert AUSTRIANFASHION.NET erstmals auch als Marketingplattform einer Produktlinie. Die Produktionsprozesse werden in Form von Foto, Video und Text dokumentiert und für ein zunehmend nachhaltig eingestelltes Publikum sichtbar gemacht. Für Konsument*innen, die auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Produkte von lokalen Betrieben mit transparenter Wertschöpfungskette und nachhaltiger und fairer Produktion kaufen möchten.

Über die Verbreitung der Informationen in der eigenen Social Media Community sowie in Medienkooperationen wird das Projekt zudem ein öffentliches Bewusstsein für lokale Produktion und zeitgenössisches Design schaffen.

Hier geht es zum CALL FOR INTEREST
Bei weiteren Fragen kontaktieren Sie uns bitte per Email unter info@austrianfashion.net

Das Designkonzept wird unterstützt von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG, vom Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport und wurde beim Creatives for Vienna 2021 Wettbewerb der Wirtschaftsagentur Wien prämiert.

Titelbild: Grafik: AFN, Foto © Katahrina Gossow


AUSTRIANFASHION.NET ist eine Nonprofit-Organisation und arbeitet mit unterschiedlichen Projektpartner*innen sowie einem internationalen Expert*innen-Netzwerk. Seit 2006 Kultur- und Informationsvermittler, agiert die Organisation als Initiator von Plattformaktivitäten und Ausstellungen sowie als Herausgeber von Publikationen. Im Mittelpunkt der langjährigen Arbeit stehen interdisziplinäre Kooperationen und das Knüpfen von Netzwerken an der Schnittstelle von Mode, Kultur, Kunst und Neuen Medien. In Modemetropolen wie London, Shanghai, Berlin, Istanbul, Paris oder Wien wurden bereits unterschiedliche Projekte realisiert. AUSTRIANFASHION.NET ist national und international, digital und analog.

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